Zusammengestellt für die Aktiven Kameraden
der Freiwilligen Feuerwehr Nitzschka:
Anlässlich des Kameradschaftsabend
am 13 Februar 1937
verantwortlich für den Inhalt (???)
Spassverderber und Übelnehmische Personen
können den Saal einstweilen verlassen.
die Redaktion
Unser Brandmeister
Du bist knorke, du bist ganz gross,
Und ehrlich gesprochen, du hast auch was los.
Du liebst deine Jungens, und wir lieben Dich
und sehm nur zu gern vor der Front dein Gesicht.
Mit jedem Verständnis, mit jedem fühlst
du,
und weisst gleich bei jedem wo drückt ihm der
Schuh.
Du könntest mehr sein, doch gütig bloss,
und das macht dich in unseren Augen so gross.
Ist's manchmal mit dir nicht geheuer,
Gott Hösch, was macht's,
Für dich gehn wir durch's Feuer!
Festzeitung
zum Kameradschaftsabend der Freiwilligen Feuerwehr Nitzschka.
Anlässlich unseres Kameradschaftsabends erscheint
diese Zeitung.
in nur einem Exemplar, sie dient zur Unterhaltung.
Beschwerden sind zu richten an wem. ???
Wir können Spritzen mit der Spritze doch wehe wenn wir schaffen Witze.
Unser bransmeister ist beim Diest ein ennergischer
Mann, doch beim Sport sah man in letzter zeit, das er nicht viel kann.
Und streiten sieh sich dann wie noch nie , nähm
Er die gruppen am liebsten übers knie.
Löschmeister Röber alle Ehr, Er stellt seinen
mann beim Dienst, und beim Sport noch sehr,
doch wir wollen Ihm nicht loben über Gebür,
denn Er versprach und schon lange eine Runde Bier.
Oberfeuerwehrmann Richter, Donnerwetter, das ist ein
Kerl wie wir ihn Brauchen,
denn wens Freibier giebt da kann Er gleich für
dreie saufen.
Löschmeister Zimmermann so ennergisch wie er ist,
Er auch nie etwas vergisst, Er sagt Dienst ist Dienst,
und fragt nicht ob du gerne Rauchst oder ... , bei
Ihm heist Mann ist Mann, und wenn du gerne trinkst ein Gläschen Bier,
da sagt der Kurz ach wass, Ihr bleibt jetzt hier.
Sehr Eifrich ist auch der Löschmeister Wetzel
Martin, Er jagt mal hier, und mal dort hin,
es kommt auch ihm in Sinn, aber wehe Qatscht ein andrer
rinn.
Auch Oberfeuerwehrmann Döring ist ein schlauer
Mann, Er hört sich erst die ganze Geschicht an,
und wenn die anderen denken sie sind nun fertig, da
fängt der Max an, und los geht der Merretisch.
Kassierer Erhard Heller, das ist ein komischer Knopp,
"eh" Er wass rausgiebt was nicht nötig ist, da
schmeist ers bald, noch lieber auf denn Mist.
Kapellmeister Müller ist ein tüchtcher Mann,
in der Musik kommt niemand an Ihm rann,
im Dienst da fehlt Er dann und wann, und komm dann
mal ne' Sitzung rann, da sagt Kurt,
ach wass geht denn mich dass an und gibts dann auf
den Kopf wass drauf, da prallt es hart wie auf einen Panzer auf.
In Arthur Zschoch bekommen wier, oh: einen neuen Mann
ins Kommando.
Wir wollen hoffen, das er sich bewährt, und nicht
mit in das alte Geleise fährt, und dann den Kümmel aus dem Kässe
mehrt.
Der Singnalist Herr Arthur Galle der liegt wie es scheint gern in der Falle, denn wenn es brennt im Nachbarort wer da nicht bläst das ist der Arthur Galle, und Kameraden wass tun wier hier, wier entziehen ihm, heut Abend das Bier,
Der Vergnügungsausschuss besteht aus sieben Mann,
sie sind auch Einig doch nur dann und wann.
Und liegt mal wieder etwas vor und fünfen liegen
auf dem Ohr,
da gibt es keinen Grossen Streit da stimmt man eben
ab zu zweit.
...
Gesuch!
An den Führerrat der Freiwilligen Feuerwehr Nitzschka.
Unterzeichnete Bitten gütigst um Gehör!
Da Sie unsere Männer von einen ganzen Jahr mindestens
ein dreiviertel für Dienst, Sport u. Versammlung in Anspruch nehmen,
beantragen wir das uns für diese zeit jeder einzelnen ein Ersatzmann
zu stellen ist.
Die Damen der Freiwilligen Feuerwehr Nitzschka.
...
Dienstplan für 1937
| Januar | Allgemeine Ruhe | |
| Februar | I4. früh 8 Uhr | Führerrat, Fussdienst, Mannschaft, Ruhe |
| März | 7 früh 1/29 Uhr | Führerrat, Geräteübung, Mannschaft, Fussballsport |
| April | 11. nachmittags 2 Uhr | Führerrat, Spritzenhaus reinigen, Mannschaft, im Gasthof Freibier |
| Mai | 9. 1/24 Uhr früh | Führerrat, Allarm, Mannschaft, übernimt die Kritick |
| Juni | 13. 7 Uhr früh | Führerrat, Sachenappell, Mannschaft nimt die Parade ab. |
| Juli | 18. 13 Uhr | Führerrat, Steine lesen auf dem Sportplatz, Mannschaft dannach Sport |
| August | 22. 14 Uhr | Fussdienst für Führerrat, Mannschaft gemeinsames baden |
| September | 5. mittag 12 Uhr | Führerrat, Steigerübung, Mannschaft Ruhe |
| Oktober | 10. | Allgemeine Ruhe |
| November | 21. 10 Uhr früh | Führerrat, Geräteübung, Mannschaft hat die Aufsicht |
| Dezember | Heilig Abend 8 Uhr | Führerrat, Allarm, Mannschaft, Weihnachsfeier |
Sportbericht aus letzter Zeit!
Entnommen aus dem Sportteil des Nitzschkaer-Beobachters.
Am 24. Januar 1937 begann die Freiwilligen Feuerwehr Nitzschka zur Ertüchtigung Ihrer Mitglieder mit dem Fussballsport. Es spielt Gruppe 1. gegen Gruppe 2. Das Spiel am 24. 1. ware ziemlich hart und wurde von Gruppe 1. mit 3:2 gewonnen. Das nächste Spiel war am 31. 1. und stand 4:4 unentschieden es wäre aber zweifellos von Gruppe 1. gewonnen worden, wenn der Ersatzspieler Hösch nicht sämtliche Bälle vermasselt hätte. Er konnte dann auch die Kritick nicht ertragen und ging von Gruppe 1. am 7. 2. mit fliegenden Fahnen zu gruppe 2. über und siehe da! Gruppe 2. unterlag wieder mit 2:1 der Gruppe 1. , damit sie aber nicht gesagt, das dies nur an Herrn Hösch lag, es fehlte bei Gruppe 2. auch viel beim Sturm, an den Fussballkanonnen Arthur Haufe und Rudi Kolrich, um für Gruppe 1. gefährlich zu sein, hätte Gruppe 2. in Döring und Mundus nicht zwei so bombensichere Verteitiger gehabt, dann wäre das Torverhältnis dür gruppe 2. vielleicht niederschmetternd gewesen. Wir sehen es schon kommen, das Gruppe 1. gegen so einen schwachen Gegner garnicht mehr antretten wird, Wir hoffen aber das Gruppe 2. mit der Zeit auch noch besser wird.
DIE SCHRIFTLEITUNG
Feuerbericht
Das Feuer entstand durch Irrsinnigkeit des Josef Nagel oder weil Kinder zum Viehfüttern verwendet wurden. Es laufen verschiedene Gerüchte im Dorf herum. - Der Feuerlärm erfolgte vorschriftsmässig durch Läuten der Glocken und Singnalisten. Der Feuerreiter verfehlte seinen seinen Weg, denn die Landstrasse war sehr benebelt. - Der Besitzer des Brandobjektes konnte keine Versuche machen, weil er kein Wasser hatte, und weil er nicht zu Haus war. Der Brandplatz war durch zwei Latternen und einen Gendarmen erleuchtet. - Die Löscharbeiten leitete Gemeindeschreiber Arthur Galle, weil es beim Kommandanten selbst in der Oberstube brannte. -Die Flammen schlugen um das ganze Dach herum. Die Löschmaschine wurde, weil das Wasser aus den Leitungsrohren nicht kommen wollte, anfangs aus der Jauche des Geschädigten gespeist, später erhielt sie Wasser durch tragende Mädchen und Einschütten derselben in die Spritzen und durch Saugen und Pflichtfeuerwehr am Hydraphor. - Vom Nachbardach aus gab der Bäcker fröhlich mit kräftigen Strahl sein Wasser ab, - und alle Oeffnungen der Nachbarn wurden mit Mist verstopft. Gerettet wurden eine Kommode u. eine Kuh, welche gestohlen wurde. - Die Dienstmagd rettete das nackte Leben im blossen Hemd. - Ein Feuerwehrmann wurde durch eine Stichflamme am Ohr verletzt, welches über dem Helm hinausragte. Der vorgeschiebene Brand hat gelert, dass das Spritzenhaus nicht so weit von der Brandstätte entfernt sein soll.
Ein Löschmeister